Zu Beginn solltet ihr die aus meiner Sichtweise geeigneste LaTeX-Umgebung herunterladen: Texmaker (Linux, Win & MacOSX)
Ihr fragt euch wofür z.B. "\sideset{}{^n}" verwendet wird??
Oder wozu die vielen Klammern und Slashes zum "techen" notwendig sind?
Das wird hier die nächste Zeit ausführlich beantwortet.
Beachte: Für die folgenden mathematischen LaTeX-Anweisungen werden die Packages
\usepackage{amsmath}
\usepackage{amsfonts}
\usepackage{amssymb}
benötigt!
Tipps zur Behandlung mathematischer Ausdrücke
Hinweis: Absichtlich soll das hier keine vollständige Referenz darstellen, sondern ich erwähne nur die besonderen
Dinge, die selten in der Literatur zu finden sind.
- Kurze mathematische Formeln einbetten: $ Formel $
- Abgesetzte Formeln ohne Nummerierung:
\begin{displaymath} Formel \end{displaymath}
- Abgesetzte Formeln mit Nummerierung:
\begin{equation} Formel \end{equation}
- Spezielle kursive mathematische Schrift (ohne Ligaturen): \mathit{Text}
- Tiefergestelltes Zeichen vor einem anderen: { }_Index
- Versetztes und gleichzeitiges Hoch- und Tiefstellen: text^{Exponent}{ }_{Index}
- Unterscheide zwischen den folgenden Darstellungsformen, die erste läßt die Formeln klein erscheinen: \textstyle oder \displaystyle
- Die n-te Wurzel von a: \sqrt[n]{a}
- Die Norm von x: \Vert x \Vert
- Den "doppeltgestrichenen" Zahlenkörper der Reellen Zahlen darstellen (analog für N,Z,Q,C): \mathbb{R}
- Der Kringel-Akzent: \mathring{Buchstabe}
- Ein Punkt über x: \dot{x}
- Waagrechte Klammer unter oder über einem Ausdruck: \underbrace{Ausdruck} und \overbrace{Ausdruck}
- Waagrechte Klammer mit Kommentar: \underbrace{Ausdruck}_Kommentar und \overbrace{Ausdruck}_Kommentar
- Verschachtelte obere und untere Klammern (\usepackage{oubraces}): \overunderbraces{Klammern oberhalb}{Formel}{Klammern unterhalb}
wobei in der Formel & jeweils den Anfang und das Ende einer Klammer markiert, sowie der Befehl \br{Zahl des Abschnitts}{Kommentar}
angiebt wieviele Abschnitte geschachtelt werden sollen und womit die Klammer beschriftet werden soll.
- Grenzen über und unter dem Integral- und Summenoperator: \int\limits_{unten}^{oben} bzw. \sum\limits_{unten}^{oben}
- Grenzen hinter dem Integral- und Summenoperator: \int\nolimits_{unten}^{oben} bzw. \sum\nolimits_{unten}^{oben}
- Statt \int\limits schreibt man kürzer: \intop
- Spezielle Funktionen die LateX schon kennt: \arccos, \arcsin, \arctan, \arg, \cos, \cosh, \cot, \coth,
\csc, \deg, \det, \dim, \exp, \gcd, \hom, \inf, \ker, \lg, \lim, \liminf, \limsup, \ln, \log, \max, \min, \Pr, \sec,
\sin, \sinh, \sup, \tan, \tanh.
- Weitere spezielle Funktionen in der Prämbel definieren (\usepackage{amsopn}): \DeclareMathOperator
- Weitere spezielle Funktionen mit Grenzen definieren(\usepackage{amsopn}),: \DeclareMathOperator*
- Unterschied zwischen Vorzeichen und zweiwertige Operatoren: {-Zahl} und { }+1
- Relationen zwischen A und B mit übereinander gesetzten Zeichen : A \stackrel{Zeichen oberhalb}{Relationszeichen} B
- Die unsichtbare Klammer (beachte den Punkt): \left. bzw \right.
- Mathematische Interpunktionen, d.h. hinter diesen Zeichen steht ein kleiner Zwischenraum: , ; \colon \ldotp \cdotp
Hinweis: Der Doppelpunkt ist normalweise ein zweiwertiger Operator, aber mit dem Befehl \colon wird er zu eine Interpunktion.
- Interpunktion beim Dezimalkomma verhindern: {,}
- Vier verschiedene Auslassungszeichen: \ldots und \cdots und \vdots und \ddots
- Spezielle Symbole: 1.partielle Ableitung \partial, 2. Weierstraß`sche p\wp
- Varianten der kleinen griechischen Smbole am Beispiel von "sigma": \sigma und \varsigma
Beachte: Von diesen Varianten darf stets nur eine innerhalb einem Dokument verwendet werden!
- Einen Befehl \omikron gibt es nicht, denn ein kleines Omikron kann nicht von einem kursiven lateinischen o unterschienden werden!
- In LaTeX sind das Doller- und das Pfundzeichen, sowie ein Unterstrich als mathematische Symbole erhältlich, da sie gerne in der Informatik in Algorithmen verwendet werden
- Für einige Symbole, Operatoren und Relationen gibt es mehrere Namen (Synonyme), z.B.: \ne und \neq, \{ und \lbrace, \land und \wedge, \owns und \ni, \gets und leftarrow, \vert und |, \ast und *, ...
- Abstände in Formeln geordnet von klein nach groß: \, \> \; \_ \quad \qquad
- (Negativer) Abstand in Formeln kleiner als der natürliche Abstand: \!
- Abstände genauso groß setzen wie eine bestimmte Formel: 1. den ganzen Platz des Arguments \phantom,
2. nur die vertikale Ausdehnung \vphantom3. nur die horizontale Ausdehnung \hphantom
Hinweis: Die Phantome funktionieren auch im Textmodus.
Höhere Mathematik in LaTeX
- Matrizen mit Hilfe der array-Umgebung setzen: \begin{array}{Spaltendeklaration} Einträge \end{array}
- Parameter der Spaltendeklaration: 1. c (zentriert), 2. r (rechtsbündig), 3. l (linksbündig): .
Für jede einzelne Spalte muß ein Buchstabe aus der Menge {c,r,l} gesetzt werden.
- Die Einträge der Matrix werden zeilenweise eingegeben, das & dient als Spaltentrenner und der doppelte Rückwärtsstrich \\ als Zeilenende.
- Mit \usepackage{amsmath} ist die Eingabe von Matrizen und Determinanten wesentlich einfacher. Die Spaltenbeschreibung fällt völlig weg und es sind bis zu 9 Spalten möglich.
Die begrenzenden Klammer sind bereits in der Umgebung enthalten.
- Es gibt folgende Befehle: \begin{matrix} Einträge \end{matrix} (ohne Klammern) , \begin{pmatrix} Einträge \end{pmatrix}
(runde Klammern = parentheses) , \begin{bmatrix} Einträge \end{bmatrix} (eckige Klammern = brackets) , \begin{vmatrix} Einträge \end{vmatrix}
(einfache senkrechte Striche) , \begin{Vmatrix} Einträge \end{Vmatrix} (doppelte senkrechte Striche).
- Kleine Matrizen im laufenden Text(amsmath): \begin{smallmatrix} Einträge \end{smallmatrix}
- Gleichungsysteme darstellen: \begin{align} Gleichungen \end{align}
- Gleichungsysteme ohne Gleichungsnummern: \begin{align*} Gleichungen \end{align*}
- Überlange Gleichungen in mehrere Zeilen (amsmath): \begin{split} 1.Zeile &\quad 2.Zeile &\quad .. \end{split}
- Umgebung für Sätz und Beweise: \newtheorem{satz}{Satz}[chapter]
- Bsp. "Satz des Pythagoras": \begin{satz}[Satz des Pythagoras] Text \end{satz}
- Theoreme mit dem selben Zähler versehen: \newtheorem{defi}{Definition}[chapter]
\newtheorem{lemma}{defi}[Lemma] Also benutzen alle Lemmata den Zähler (bzw. die Umgebung) defi.
- Gestaltung der Theoreme: \theoremstyle{Stil} und \theorembodyfont {Schriftschalter, überschreibt Voreinstellungen}
- Mögliche Stile sind: plain, change (setzt die Nummer an den Zeilenanfang), ..
- Mögliche Schriftschalter sind: \sffamily, ..
Am 1. Dezember 2005 hinzugekommen:
- Text oder eine Formel über einen Pfeil schreiben: \stackrel{ Text oder Formel }{\longrightarrow}
- Pfeile beliebig verlängern: \Longleftrightarrow[60] dehnt den Äquivalenzpfeil auf 60 Pixel aus.
Der \Long...-Befehl erzeugt stets doppelstrichige Pfeile. Während der "\long..."-Befehl die normalen Pfeile erzeugt.
Am 20. Mai 2007 hinzugekommen:
- Die physikalische Längeneinheit "Ångström": \mathring{A}
Am 09. Dezember 2007 hinzugekommen:
-
Das reduzierte Plancksche Wirkungsquantum
(sprich "h-quer"): \hslash
Literatur zu LaTeX
Schnell ans Ziel mit LATEX 2ε, J. Knappen, 2. Auflage, 244 Seiten, ISBN 3-486-27447-3
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