GLOSSAR
Hinweis: Aktuell liegt der Schwerpunkt noch auf der Relativitätstheorie und derren mathematischen Hilfsmittel.
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Aberration
Verschiebung des scheinbaren
Orts entfernter Objekte zwischen zwei zueinander bewegten
Beobachtern, speziell die eines Sterns durch den Wechsel der
Bewegungsrichtung der Erde transversal zur Sichtrichtung. Bei der
Zusammensetzung der Lichtgeschwindigkeit mit einer anderen ändert
sich nicht der Betragi der Lichtgeschwindigkeit, wohl aber die
Richtung, wenn die Ausgangsgeschwindigkeiten nicht parallel sind.
Diese Richtungsänderung führt zur Aberration. Diese ist ein
Effekt zwischen zwei Beobachtern, abhängig von deren
Relativgeschwindigkeit zueinander und vom scheinbaren Ort der Quelle.
Sie hängt nicht von der Geschwindigkeit der Quelle ab.
Ihr maximaler Wert auf der Erdbahn beträgt 20,47" . Daraus
und aus der Bahngeschwindigkeit der Erde von etwa 30 km/s folgt die
Lichtgeschwindigkeit zu etwa 300000 km/s.
absolute
Geschwindigkeit
Lichtgeschwindigkeit.
absolute Gleichzeitigkeit
Fällt die Antwort
auf die Frage nach der Gleichzeitigkeit zweier Ereignisse immer
gleich aus, unabhängig von Ort, Orientierung und Bewegung des
beurteilenden Beobachters, dann sprechen wir von absoluter
Gleichzeitigkeit. Geometrisch drückt sie sich als Entartung der
Orthogonalität in der Welt aus. Sie wird in der Newtonschen
Mechanik stillschweigend vorausgesetzt. In der Relativitätstheorie
wird gezeigt, warum diese Vorstellung nicht haltbar ist und weshalb
sie dennoch für kleine Geschwindigkeiten eine gute Approximation
ist.
absolute Polare
gemeinsame Polare für
alle Punkte der Ebene. Eine absolute Polare existiert, wenn das
Parallelenaxiom gilt, also für die euklidische Geometrie, die
Galilei-Geometrie und die Minkowski-Geometrie.
absolute
Zeit
Zeit, die im Fall absoluter Gleichzeitigkeit definiert
werden kann. Gibt es einen physikalischen Prozeß, der eine
transitive Gleichzeitigkeitsrelation aufbaut, dann bilden
gleichzeitige Ereignisse einen dreidimensionalen Raum. Dann sollte
man Theorien konstruieren, in denen diese Räume -- zusammen mit
allen Gesetzen der Theorie -- beim Wechsel des Bezugssystems erhalten
bleiben. Dann wäre auch die Zeit absolut. Eine der Lehren der
Relativitätstheorie ist, daß die Gleichzeitigkeit nicht
absolut sein kann. Bezieht man sich auf materielle Objekte in der
Welt, können spezielle Zeitkoordinaten aber nützlich sein
(kosmologische
Zeit).
absoluter Nullpunkt
Nullpunkt der
thermodynamischen (absoluten) Temperaturskala. Die absolute
Temperatur ist definiert durch die Statistik der mikroskopischen
Bewegungen und ist eine der Charakteristiken der Streuung der
mikroskopischen Größen im gegebenen Zustand des
betrachteten Systems.
absoluter Kegelschnitt
Wird
in der projektiven Ebene ein Kegelschnitt festgelegt und werden damit
aus den projektiven Abbildungen diejenigen ausgewählt, die ihn
unverändert lassen (wenn auch zugelassen wird, daß sich
seine Punkte auf dem Kegelschnitt selbst bewegen), sprechen wir von
einem absoluten Kegelschnitt. Durch den Bezug auf diesen Kegelschnitt
wird aus der projektiven Ebene eine metrische Ebene.
absoluter
Pol
gemeinsamer Pol für alle Geraden der Ebene. Die
Existenz eines absoluten Pols ist äquivalent der der Existenz
genau eines Punktes auf jeder Geraden, der zu einem gegebenen Punkt
außerhalb der Geraden den Abstand Null hat. Dieser zum
Parallelenaxiom duale Satz gilt für die antieuklidische, die
anti-Minkowskische und die Galilei-Geometrie. Physikalisch entspricht
er der absoluten
Gleichzeitigkeit.
absoluter Raum
Virtuelle
Gegebenheit, die unabhängig von materiellen Bezugsobjekten die
Angabe von Ort, Orientierung und Geschwindigkeit gestattet. Das
Relativitätsprinzip behauptet, daß ein absoluter Raum
nicht existiert, sondern immer auf andere Gegenstände im Raum
Bezug genommen werden muß, um Geschwindigkeiten, Orientierungen
und Orte zu beschreiben. Dennoch scheint die Rotation absolut
definierbar zu bleiben. Diese Frage führt auf das Machsche
Prinzip.
Additionstheorem der Geschwindigkeiten
Formel
für die Zusammensetzung von Geschwindigkeiten. In der
Galilei-Newtonschen Mechanik ist die Zusammensetzung additiv, in der
Einsteinschen Relativitätstheorie gehorcht sie bei gleichen
Richtungen dem Additionstheorem des hyperbolischen Tangens.
Allgemeine Relativitätstheorie
einfachste mit
dem Äquivalenzprinzip von träger und schwerer Masse
konsistente Gravitationstheorie, entwickelt von A.Einstein. Die
Koeffizienten der Wellengleichung bleiben nicht länger konstant,
die Gravitationstheorie wird eine Theorie für die Metrik der
Welt. Die Welt hat nun eine Krümmung, die das Gravitationsfeld
beschreibt. Lokal (d.h. im Rahmen ihrer Definition) bleibt die
Spezielle Relativitätstheorie gültig.
Annihilation
Paarvernichtung.
antieuklidische Geometrie
Ebene Geometrie mit
absolutem Pol und fixstrahlfreier Involution in dem von ihm
getragenen Büschel
Anti-Lobachevski-Geometrie
Ebene
Geometrie der den absoluten Kegelschnitt meidenden Geraden.
Anti-Minkowski-Geometrie
Ebene Geometrie mit
absoluter Polare und Involution mit zwei rellen Fixpunkten in der von
ihr getragenen Punktreihe
Apex
Richtung einer
gleichförmigen Bewegung, die einen Punkt auf dem (ebenen oder
sphärischen) Gesichtsfeld markiert, den Fernpunkt
der Bahnen.
Äquivalenz von Masse und Energie
Trägheit
der Energie. Die Relativitätstheorie stellt klar, warum alle
Energie zur trägen Masse beiträgt. Der Umrechnungsfaktor
ist das Quadrat der absoluten Geschwindigkeit c , die nach allem, was
wir wissen, mit der Lichtgeschwindigkeit übereinstimmt.
Äquivalenz von träger und schwerer Masse
Aus
den Bewegungsgleichungen im Gravitationsfeld kürzt sich die
Gravitationsladung (schwere Masse) mit der trägen Masse heraus.
Beide werden daher in den gleichen Einheiten angegeben. Die strenge
Gültigkeit dieses Prinzips impliziert die Darstellbarkeit des
Gravitationsfeldes durch die Metrik
einer Welt mit variabler Krümmung.
Asymptotenkegel
in
den lokal pseudoeuklidischen Geometrien Kegel der lichtartigen
Geraden durch einen gegebenen Punkt. Die Kurven festen Abstands vom
Aufpunkt nähern sich diesem Kegel asymptotisch, d.h., sie
schneiden die Ferngerade bzw. den absoluten Kegelschnitt in den
gleichen Punkten wie der Asymptotenkegel. Physikalisch ist der
Asymptotenkegel identisch mit dem Lichtkegel.
Äther
Hypothetisches Medium der
Lichtausbreitung, dessen Schwingungen das Licht und seine Ausbreitung
erklären sollen, so wie Druck und gegebenenfalls Scherungswellen
den Schall und seine Ausbreitung erklären. Man stellt ihn sich
gewöhnlich als gewichtslose Flüssigkeit vor, die den
gesamten Raum durchdringt und Anregungen transportieren kann. Kein
einem Äther zurechenbarer Effekt ist je gefunden worden.
Atom
chemisch (d.h. mit Energien kleiner 1 keV) in
seinen Charakteristika nicht permanent veränderbares elementares
Teilchen. Es besteht aus einem positiv geladenen Kern, der seine
Bestandteile mit Energien der Größenordnung 1 MeV bindet,
und der Hülle, in der Elektronen mit Energien zum Teil weit
unter 1 keV gebunden sind.
Atomzeit
Mit den
Frequenzen gut definierter Spektrallinien von Atomen verglichene
Zeit. Das Internationale System (SI) benutzt eine Frequenz des
Cäsiums 133, nämlich 9192631770 Hz.
Axiome
der projektiven Geometrie
Die Axiome regeln die algebraischen
Beziehungen zwischen Punkten und Geraden, die selbst wieder nur
implizit durch die Axiome beschrieben sind. In diesem Sinne ist die
projektive Geometrie ein spezielles System algebraischer Relationen.
Punkte bilden die Objekte der projektiven Strukturen, Geraden
sind zunächst Teile der Punktmenge. Es soll nicht nur einen
Punkt und nicht nur eine Gerade geben. Eine Gerade soll zunächst
wenigstens zwei Punkte enthalten. Sie wird aufgefüllt durch die
Bedingung, daß sie verlängert und verkürzt werden
kann. Die Gerade durch zwei verschiedene Punkte soll eindeutig sein,
so wie der gemeinsame Punkt zweier verschiedener Geraden eindeutig
sein soll.
Eine projektive
Abbildung bildet Geraden auf Geraden und Punkte auf Punkte ab,
wobei die Inzidenz erhalten bleibt. Damit bleibt auch die Zuordnung
der Punkte in Figuren wie dem harmonischen
Wurf erhalten, ein Doppelverhältnis wird auf dieser Basis
definierbar und bleibt invariant. Mit projektiven Konstruktionen
können homogene Koordinaten definiert werden, in denen die
Geraden lineare Beziehungen und die projektiven Abbildungen lineare
Abbildungen werden.
Axiome der Spiegelung
Eine
Bewegungsgruppe B wird durch ein System S von Spiegelungen g ( gg = 1
) aufgebaut, die wir Geraden nennen. Ist das Produkt zweier Geraden g
und h wieder eine Spiegelung (d.h. ghgh=1 ), nennen wir es Punkt.
Obwohl wir uns hier immer Punkte und Geraden der Ebene vorstellen
dürfen, beziehen sich die Axiome auf eine ganz abstrakte Gruppe,
deren Objekt nicht ein äußerer Raum, sondern sie selbst
ist.
top
Bewegung
in der Physik
hauptsächlich die Änderung von Ort und Orientierung mit der
Zeit, in der Geometrie das Ergebnis dieses Prozesses. Die
Bewegung physikalischer Objekte wird durch Bewegungsgleichungen
bestimmt, die sich auf Newtons
Axiome gründen. Geometrische Bewegungen setzen sich im
allgemeinen zu Bewegungsgruppen
zusammen. In der Raum-Zeit kann die geometrische Bewegung die
überlagerung eines physikalischen Prozesses im Raum mit einer
universellen Geschwindigkeit bedeuten.
Bezugssystem
Ein
Bezugssystem ist eine Kombination aus Uhren und Maßstäben,
die es gestattet, lokal alle Ereignisse und alle Vektoren
durch Koordinaten zu charakterisieren. Dies ist im allgemeinen für
die quantitative Analyse der Bewegungsvorgänge unumgänglich.
Ein lineares Bezugssystem bildet die Addition von Vektoren
auf die koordinatenweise Addition ab. In der Mechanik wird die
kräftefreie Bewegung durch lineare Relationen zwischen den
Koordinaten dargestellt. Ein inertiales Bezugssystem
gestattet darüberhinaus die Formulierung der Newtonschen
Axiome mit richtungsunabhängigen Gewichten der
Geschwindigkeiten. Es setzt deshalb einen metrischen Raum voraus.
Bohr,N.
1885-1962, Physiker, Nobelpreis 1922.
Mitbegründer der Quantentheorie, fand das erste Quantenmodell
des Atoms. Wir besprechen den Bohrschen Radius, das ist der
Radius der kleinsten Kreisbahn, die ein Elektron nach den Bohrschen
Quantenbedingungen um ein Proton nach den ziehen kann. Der Bohrsche
Radius ist ein geeignetes Maß für alle atomaren
Entfernungen. Er bestimmt sich aus dem Planckschen Wirkungsquantum h
, der Elementarladung e und der Elektronenmasse me zu
rBohr=h2me-1e-2
.
Bolyai,J.
1802-1860, Mathematiker, konstruierte
zeitgleich mit Lobachevski die erste nichteuklidische Geometrie.
Brunelleschi,F.
1377-1446, Architekt, zeigte als
erster der Renaissance-Künstler perspektive Abbildungen.
Büschel
Geraden liegen im Büschel, wenn
sie alle durch einen gemeinsamen Punkt (Vertex, Büschelträger)
gehen oder ein gemeinsames Lot haben. Ebenen liegen im Büschel,
wenn sie entweder eine gemeinsame Gerade oder ein gemeinsames Lot
haben
top
Cartesius (R.Descartes)
1596-1650, Philosoph
und Mathematiker, Begründer der analytischen Geometrie.
Cartesische Koordinaten beziehen sich auf rechtwinklige
Achsen, die es global nur in Räumen ohne Krümmung gibt. In
Cartesischen Koordinaten ist die Metrik des Raums (bis auf das
Vorzeichen des Diagonalelemente) die Einheitsmatrix.
Cayley,A.
1821-1895, Mathematiker, Begründer
der algebraischen Geometrie.
Coulomb,C.de
1736-1806,
Physiker. Untersuchte u.a. die elektrostatische Anziehung bzw.
Abstoßung ( Coulomb-Kraft), deren Größe wie
die der Schwerkraft umgekehrt proportional zum Quadrat des Abstands
ist und in Richtung der Verbindungslinie wirkt.
CountDown
109
a Clusters of galaxies merge
108 a Galaxies merge
106
a Sterne mit relativistischen Geschwindigkeiten
105 a
Nachthimmel heller als 4000 K
103 a Sterne zerstört,
BH wachsen katastrophal
1 a T > 108 K
Cryptons
Hidden sector, but sharing the ordinary
quantum numbers
top
Darstellung einer Gruppe
Strukturerhaltende
(homomorphe) Abbildung einer Gruppe in die spezielle Gruppe der
quadratischen Matrizen gegebener Dimension (in die Gruppe der
regulären linearen Operatoren eines Vektorraums).
Desargues,G.
1591-1661, Architekt und Ingenieur,
fand das erste grundlegende Theorem der modernen projektiven
Geometrie.
DeSitter,W.
1872-1934, Astronom,
konstruierte u.a. den ersten (leeren) Kosmos als Lösung der
Einsteinschen
Gleichungen.
direktes Produkt
lineare
Abbildung, die alle Vektoren auf eine feste Richtung abbildet.
Doppelverhältnis
Charakteristische Größe
der projektiven Geometrie, deren Invarianz die Gruppe der projektiven
Transformationen bestimmt.
Doppler,C.J.
1803-1853,
Physiker, fand u.a. den Doppler-Effekt, das ist die scheinbare
Änderung der Wellenlänge von Licht oder Schall, die durch
die Bewegung der Quelle und/oder der des Empfängers verursacht
wird. Bei Annäherung entsteht eine Verschiebung ins Kurzwellige
(Violettverschiebung), bei Entfernung eine ins Langwellige
(Rotverschiebung). Die Größe der Verschiebung hängt
von der Relativgeschwindigkeit ab (kosmologische
Rotverschiebung).
Drehung
Bewegung um einen im
Endlichen gelegenen Fixpunkt.
Dreiecksungleichung
als
Axiom einer definiten Metrik benutzte Forderung, daß der
Abstand d[A,B] zwischen zwei Punkten A und B nie größer
als die Summe der Abstände zu einem dritten Punkt C ist, d[A,B]
<= d[A,C] + d[C,B] . In dieser Form gilt die Dreiecksungleichung
im hier besprochenen Rahmen für die elliptische (sphärische),
die euklidische und die hyperbolische Geometrie. In den lokal
pseudoeuklidischen Geometrien erhält die Dreiecksungleichung
eine andere Form (Zwillingsparadoxon).
duale Konstruktion
hier Konstruktion unter
Vertauschung von Punkten und Geraden, Punktreihen und Strahlbüscheln,
Tangenten und Berührpunkten, und so weiter. Duale Konstruktionen
sind typisch für die projektive Geometrie der Ebene, weil in
homogenen Koordinaten Punkte wie Geraden durch ein Koordinatentripel
beschrieben werden und daher eineindeutig aufeinander abgebildet
werden können und jede Transformation der Punkte der inversen
Transformation der Geraden äquivalent ist. Folglich können
Punkte und Geraden in allen Sätzen vertauscht werden, wenn auch
Schnittpunkt und Verbindungsgerade bzw. Kollinearität und
Büscheleigenschaft miteinander vertauscht werden.
Dualität
Vertauschbarkeit von Begriffspaaren,
wie Punkt und Gerade in der projektiven Ebene (duale
Konstruktion).
Dunkle Materie
bewegliche und
konzentrierbare Materie, die sich nicht durch elektromagnetische
Kopplung (Strahlung) und starke Kopplung (Beitrag zum Atombau),
sondern bislang nur durch ihre Schwerewirkung bemerkbar macht. Diese
Schwerewirkung wird aber an drei verschiedenen Objektklassen
beobachtet: an den Galaxien mit ihren unerwarteten
Bahngeschwindigkeiten der äußeren Gaswolken, an den
Galaxienhaufen mit ihrer unerwartet unstrukturierten Röntgenstrahlung
und an der Entstehungsgeschichte der großskaligen Strukturen,
die bereits beginnen muss, bevor ein rein konventionelles Plasma dies
erlauben würde.
top
Eigenbewegung
scheinbare Bewegung über
das Gesichtsfeld, gemessen in Winkel pro Zeit.
Eigenzeit
die
in einem mitbewegten Bezugssystem ablaufende Zeit, die ein allgemein
bewegter Beobachter an Hand einer relativ zu ihm ruhenden Uhr mißt.
Sie ist identisch mit der Bogenlänge zeitartiger und
lichtartiger Weltlinien.
Einstein,A.
1879-1955,
Physiker, Nobelpreis 1921. Mitbegründer der Quantentheorie und
der (speziellen) Relativitätstheorie, Autor der allgemeinen
Relativitätstheorie. Einstein sah als erster die Notwendigkeit
einer neuen Definition der Gleichzeitigkeit.
Die Einsteinsche
Geometrie ist die Geometrie der nur noch lokal
pseudoeuklidischen Welt, die durch die Weltkrümmung verändert
ist. Die Einsteinsche Geometrie verallgemeinert die Riemannsche
Geometrie auf lokal pseudoeuklidischen Fall, die Welt.
Die
Einsteinschen Gleichungen sind die Feldgleichungen der
Gravitation nach der Allgemeinen Relativitätstheorie. Die
Einsteinschen Gleichungen stellen fest, daß die Krümmung
der Welt (genauer bestimmte Komponenten dieser Krümmung)
proportional der Materiedichte (genauer der Verallgemeinerung der
Energiedichte) ist. Sie sind eine Art Wellengleichung für die
Metrik, die ihrerseits die genaue Form des Wellenoperators selbst
bestimmt. Im räumlich homogenen und isotropen Universum
reduzieren sie sich auf die Friedmann-Gleichungen.
Ekliptik
die Ebene, in der die Erdbahn (genauer die
Bahn des Schwerpunkts
des Erde-Mond-Systems) liegt. Ihre Projektion auf die Himmelskugel
ist die scheinbare Bahn der Sonne. Finsternisse können nur
auftreten, wenn die Mondbahn die Ekliptik kreuzt. Die Ekliptik ist
gegen die Äquatorebene um den Winkel 23o27' geneigt.
Elementarteilchen
hier die Teilchen der
subnuklearen Ebene wie Protonen, Neutronen, Elektronen und Photonen.
Auf dieser Ebene können die Elementarteilchen in Baryonen
(Protonen, Neutronen und verschiedene Hyperonen), Mesonen und
Leptonen (Elektronen, Myonen, Neutrinos) geschieden werden. Für
Baryonen wie für Leptonen bleibt die Gesamtzahl erhalten, d.h.,
die Baryonenzahl und die Leptonenzahl wird eine Art Ladung. Das
leichteste Baryon (das Proton bzw. Antiproton) ist deshalb stabil.
Das leichteste Lepton ist das Neutrino (Ruhmasse 0). Das Elektron
(bzw. Positron) ist stabil, weil es das leichteste elektrisch
geladene Teilchen ist. Alle anderen Elementarteilchen zerfallen in
leichtere, und für schwach zerfallende Teilchen ist die typische
Einheit der Lebensdauer 10-10 s. Stark zerfallende
Teilchen haben eine Lebensdauer von nur etwa 10-23 s --
die Zeit, in der das Licht das Teilchen durchquert. Sie heißen
Resonanzen, weil sie sich nur als Maxima in den Streuquerschnitten
anderer Teilchen bemerkbar machen.
Mesonen sind Teilchen ohne
Baryonen- oder Leptonenladung. Sie sind alle instabil, falls sie
nicht die Ruhmasse Null haben wie das Photon (das allerdings oft
nicht zu den Mesonen gezählt wird). Das berühmteste Meson
ist das \pi -Meson, dessen Existenz als Mittler der Kernkraft
zwischen Neutron und Proton vorhergesagt wurde (auch wenn der
Mechanismus der Kernkräfte heute präziser gesehen wird).
Mesonen und Baryonen sind gebundene Zustände subelementarer
Teilchen, der sogenannten Quarks. Die Regeln dieser Zusammensetzung
wurden durch die Entdeckung des vorhergesagten \Omega-
-Hyperons bestätigt, das unerwarteterweise nur schwach zerfällt.
In der Relativitätstheorie spielt die scheinbare Verzögerung
des Zerfalls der Myonen bei schneller Bewegung eine Rolle, weil sie
qualitativ die Zeitdilatation demonstriert.
elliptische
Geometrie
Ebene Geometrie mit imagin"arem absoluten
Kegelschnitt.
Energie
Grundgröße der
Physik, universelles Maß der Bewegung und des
Bewegungsvermögens, das in abgeschirmten Objekten immer streng
erhalten bleibt. Die Abhängigkeit der Energie von den
allgemeinen Koordinaten (Lage und Impuls) der Bewegung bestimmt die
tatsächliche Bewegung vollständig.
Entartung
Zusammenfallen oder Verschwinden
generisch unterschiedener bzw. von Null verschiedener Größ
en. So spricht man von einem entarteten Kegelschnitt, wenn eine der
Hauptachsen verschwindet (Entartung zur Geraden) oder divergiert
(Entartung zum Parallelenpaar) oder beide verschwinden (Entartung zum
Punkt oder zu einem Paar sich schneidender Geraden).
Ephemeridenzeit
Zeitablauf, der die Planetenbahnen
ohne eliminierbare Störungen beschreibt. Die Ephemeridenzeit muß
implizit durch entsprechende Beobachtungen bestimmt werden. Kann man
alle Bahnkurven bis auf den Zeitablauf genau bestimmen, ist die
Ephemeridenzeit durch die Gültigkeit des Energiesatzes
festgelegt.
Ereignis
Durch die Zeitkoordinate und
die Ortskoordinaten festgelegter Punkt in einer Welt.
Euklid
330-275 v.Chr., Mathematiker. Von Euklid ist
der älteste Text mit einer vollständigen Axiomatisierung
der Geometrie.
eV
Elektronenvolt,
Energieeinheit der Spektroskopie und Atomphysik.
1 eV = 1.60201
10-19 J. Die entsprechende Masse ist \approx 1.8 10-36
kg, die entsprechende Temperatur \approx 11600 K.
top
Fahrplan
Grafische Darstellung der Bewegung
im Raum als Kurve in der Welt.
Fermat,P.de
1601-1665,
Mathematiker. Mitbegründer der analytischen Geometrie. Er fand
das Fermatsches Prinzip, das erste Integralprinzip der
Physikgeschichte. Der Weg des beobachteten Lichtstrahls zwischen zwei
Punkten A und B ist die kürzeste Verbindung beider Punkte, wenn
die geometrische Länge ds = sqrt[ dx2 + dy2
+ dz2] der Wegstücke der Verbindung mit dem lokalen
Brechungsindex n gewichtet wird: Der Lichtstrahl von A nach B
realisiert also das Minimum des Integrals S = \intAB
n ds . In der Mechanik
hat es sein Analogon im Maupertuis-Jacobischen Prinzip: Im
zeitunabhängigen Potential realisiert die Bahn eines Teilchens
die kürzeste Verbindung zweier Punkte, wenn mit dem Ausdruck
sqrt[Eges - Epot] aus Gesamtenergie Eges
und potentieller Energie Epot[Ort] gewichtet wird: S =
\int sqrt[Eges - Epot] sqrt[Ekin] dt
. Die kinetische Energie Ekin ist dabei eine homogen
quadratische Funktion der Geschwindigkeiten, so daß die Zeit t
ein frei wählbarer Parameter wird.
Dieses Prinzip gilt
schließlich ganz allgemein als Hamiltonsches Prinzip, das die
allgemeine Bewegung als Realisierung des Extremums eines
Wirkungsintegrals
kennzeichnet und bestimmt.
Ferngerade
Formale
Verbindung der unendlich fernen Punkte der Ebene, die projektiv eine
Gerade ist.
Fernpunkt
unendlich ferner Punkt einer
Geraden (bzw. eines Parallelenbüschels), der nach geeigneter
Projektion als normaler Punkt des Raumes studiert werden kann. Wird
die Ebene durch die Fernpunkte ergänzt, haben zwei Geraden genau
einen Schnittpunkt.
Feuerbach-Kreis
Charakteristischer
Kreis, der die Mittelpunkte der Seiten und Höhen eines Dreiecks
mit den Höhenfußpunkten verbindet und Ankreise und Inkreis
berührt.
frei fallende Bezugssysteme
Methode
der Konstruktion lokaler Inertialsysteme im Gravitationsfeld.
Friedmann,A.A.
1888-1925, Mathematiker und
Physiker. Die nach ihm benannte Friedmann-Gleichung ist die
Grundgleichung der Kosmologie.
top
Galilei,G.
1564-1642, Astronom und Physiker.
Begründer der Physik der Neuzeit.
Galilei-Geometrie
Geometrie
der Raum-Zeit der klassischen Mechanik.
Galilei-Gruppe
Gruppe
der Transformationen,
die in der Newtonschen Mechanik die Koordinaten verschiedener
Inertialsysteme ineinander überführen, bei denen also die
Newtonschen Gesetze der Punktmechanik forminvariant sind.
Gauß,C.F.
1777-1855, Mathematiker und
Astronom.
Geodäte
Verbindung extremaler Länge
zwischen zwei Punkten. In lokal euklidischen Geometrien sind Geodäten
kürzeste Linien. In lokal pseudoeuklidischen Geometrien sind
zeitartige Geodäten längste Linien (Zwillingsparadoxon).
Die Geodäte ist eine Verallgemeinerung der Geraden ebener Räume
für Räume mit Krümmung.
Geometrie
Lehre
von den Formen und Lagebeziehungen, die sich in der Struktur von
Operationen widerspiegeln, welche im allgemeinen als Bewegungen und
Messungen interpretiert werden (Einsteinsche
Geometrie, Riemannsche
Geometrie, nichteuklidische
Geometrie, projektive
Geometrie, pseudoeuklidische
Geometrie, sphärische
Geometrie).
Gerade
Eine Kurve, die zu einer
Kurvenschar gehört, in der zwei Kurven genau einen Schnittpunkt
haben und zwei Punkte genau eine Kurve bestimmen.
Geschwindigkeitsabhängigkeit der Masse
grundlegendes
Resultat der Relativitätstheorie, Korollar zur Äquivalenz
von Masse und Energie.
Geschwindigkeitsraum
Raum
der Relativgeschwindigkeiten, wie sie in die Galilei- bzw.
Lorentz-Transformationen eingehen. In der Galilei-Geometrie ist der
Geschwindigkeitsraum euklidisch, nach der Relativitätstheorie
ist er negativ gekrümmt (Lobachevski-Raum). Im Zweidimensionalen
füllen die Relativgeschwindigkeiten einen Kreis mit dem Radius c
(absolute Geschwindigkeit), der das Kleinsche Modell der
nichteuklidischen Geometrie reproduziert.
Giotto di
Bondone
1267-1337, Maler, versuchte als erster, räumliche
Effekte auf Gemälden zu erzeugen, fand aber noch nicht die
Gesetze der Perspektive.
Gravitationslinse
astrophysikalisches
Phänomen (Bildverzerrung und -verstärkung), das an
kosmischen Objekten hinter Schwerequellen im Vordergrund beobachtet
wird, offenkundiger Hinweis auf die Lichtablenkung.
Gravitationspotential
Potential
des Schwerefeldes. Im Falle des Schwerefeldes eines Schwarms von
Punkten der Massen MA lautet es \Phi = (G / c2)
\sumA[MA/|\vec{r}-\vec{rA}|] ( G
Gravitationskonstante, \vec{r} Ortskoordinaten).
Großkreis
ebener
Schnitt durch die Kugelfläche, wobei die schneidende Ebene durch
den Mittelpunkt der Kugel geht und deshalb an jedem Punkt senkrecht
auf der Kugelfläche steht. Auf einer gekrümmten Fläche
ist eine Kurve genau geodätisch, wenn an jedem Punkt die Ebene,
in der sie sich krümmt, senkrecht zur Fläche an diesem
Punkt ist. Groß kreise sind solche Geodäten.
Gruppe
Menge mit Operation, die so definiert ist,
daß zwei beliebigen Elementen a und b ein Produkt c = ab
zugeordnet wird, das wieder zur Gruppe gehört. Dabei muß
es ein Einselement e geben, dessen Verknüpfungen mit jedem
anderen Element dieses reproduzieren, ea = ae = a . Weiter muß
die Verknüpfung umkehrbar sein, d.h., es soll zu jedem Element a
ein reziprokes (inverses) Element a-1 geben ( aa-1
= a-1 a = e ). Man fordert darüberhinaus, daß
die Klammerfolge unerheblich ist, also (ab)c = a(bc) gilt. Die
Reihenfolge der Elemente allerdings ist nicht generell vertauschbar,
ab ist im allgemeinen von ba verschieden. Gruppenelemente werden
vorteilhaft als Matrizen
dargestellt, so daß die Verknüpfung als deren
Multiplikation angesehen werden kann.
Gunn-Peterson-Effekt
Erwarteter Effekt des
intergalaktischen Mediums, alles oberhalb Lyman-alpha zu absorbieren.
τGP = 4.8 105 Ωb y h
(1+z)2 (1 + Ω0 z)-1/2
(y
neutraler Anteil des Wasserstoffs). Da er ausbleibt, schließt
man auf eine frühe Reionisation des Mediums durch Quasare u.ä.
top
Hamilton,W.R.
1805-1865, Mathematiker und
Physiker, Autor des fundamentalen Integralprinzips der Mechanik
(Wirkungsintegral).
Harmonische Teilung
Teilung zwischen zwei Punkte-
oder Geradenpaaren im Doppelverhältnis D = -1 .
Harmonischer
Wurf
Konstruktion aus Geraden und Punkten, die allein durch
ihre Inzidenz Strahlen und Punkte im Doppelverhältnis D = -1
aufbauen.
Helmholtz,H.v.
1821-1894, Physiologe und
Physiker, antwortete auf Riemanns
berühmte Habilitation mit dem Artikel über die
Thatsachen, welche der Geometrie zugrundeliegen
Hilbert,D.
1862-1943, Mathematiker, trug in unserem
Zusammenhang zur axiomatischen Begründung der Geometrie bei.
Höhensatz
Die Höhen eines Dreiecks
schneiden sich in einem Punkt. Dieser Satz ist äquivalent zum
Mittelsenkrechtensatz und zentral für den Begriff des
Senkrechtstehens.
homogene Expansion
Expansion ohne
Mittelpunkt.
homogene Koordinaten
Auffassung der
Punkte und Geraden einer Zeichenebene als Schnitte dieser Ebene mit
einem Geraden- und Ebenenbüschel, die von einem Punkt außerhalb
der Zeichenebene getragen werden. Die Geraden bzw. Ebenennormalen
werden dann zu Koordinaten der Punkte und Geraden in der
Zeichenebene, wobei der Betrag unerheblich ist.
In homogenen
Koordinaten wird die projektive Gruppe durch die spezielle lineare
Gruppe dargestellt. Plücker (1801-1868) führte als erster
die homogenen Koordinaten mit den baryzentrischen Koordinaten eines
Dreiecks ein: Jeder Punkt der Ebene kann Schwerpunkt eines Dreiecks
A1A2A3 sein, wenn die Ecken Ai
entsprechende Gewichte mi erhalten. Diese mi
sind homogene Koordinaten.
Horizont
Grenzlinie der
Beobachtbarkeit (Teilchenhorizont) oder Erreichbarkeit
(Ereignishorizont), in der projektiven Geometrie auch Bild der
Ferngeraden.
Huygens,Ch.
1629-1695, Physiker und
Astronom, führender Vertreter der Wellentheorie des Lichts. Er
stellte fest, daß beim Stoß zweier Körper der Impuls
erhalten bleibt.
hyperbolische Geometrie
nichteuklidische
Geometrie.
Hyperfläche
Gebilde der
Dimension n-1 in einem n -dimensionalen Raum, das im allgemeinen
durch eine Gleichung f[x1,...,xn] = 0
dargestellt werden kann. Sind die Koordinaten xi lineare
Koordinaten eines linearen Raums, spricht man im Falle einer linearen
Funktion f von einer Hyperebene.
top
ideal elastischer Stoß
Stoß, bei
dem die kinetische Energie erhalten bleibt.
Impuls
Geschwindigkeit,
die mit der trägen Masse gewichtet ist, damit beim Stoß
eine Bilanz (Erhaltungssatz) aufgemacht werden kann.
Instanton
Lösung im Bereich negativer
kinetischer Energie (im Tunnel)
Intergalaktische
Materie
Primordiale und ausgeblasene, reionisiert vor z=5,
weil wir sonst nichts sehen würden jenseits Lyman alpha.
Ionisation sollte jedoch CBM-Spektrum verbiegen, deshalb auch wieder
dort limits.
Interstellare Materie
HI: 50 cm -3
, 80 K, Wolken mit 0.1...10 3 MSonne (warmes
ISG)
Molekülwolken: H2 -Banden im UV, 104
cm -3 , <10 K, 105 MSonne , <
100 pc
Zwischenwolkengas heiß und dünn: 3 10-3
cm-3 , >105 K, von Sternen verloren, kann
nicht kühlen, weil zu dünn
Planetarische Nebel: 5 103
cm -3 , 3 104...105 K, 0.1...0.2
MSonne , Kaskadenrekombination des durch UV angeregten
Gases
HII-Gebiete: 103 cm -3 , 104
K, Strömgren-Sphären um O-Sterne
Intergalaktisches Gas:
10-5...10-4 cm -3 , 107...108
K, X-Bremsstrahlung
Involution
Abbildung {I: x auf
I[x]} , deren zweifache Anwendung in den Ausgangszustand zurückführt
( I[I[x]] = x ) und die nicht die Identität ist. Involutionen
kann man als Spiegelung verstehen, wenn auch die Spiegelungen des
allgemeinen Sprachgebrauchs nur einen Spezialfall involutorischer
Abbildungen darstellen.
Projektive Involutionen auf einer Geraden
sind durch die Angabe zweier Punktepaare A,I[A] und B,I[B] bestimmt,
wobei beide Punkte natürlich auch Fixpunkte sein können.
Inzidenz
Relation zwischen geometrischen Elementen
verschiedenen Charakters, die im Falle von Punkt A und Geraden g
bedeutet, daß der Punkt A zu der durch die Gerade g getragenen
Punktreihe und die Gerade g zu dem vom Punkt A getragenen
Strahlbüschel gehört
(Axiome
der projektiven Geometrie).
Isotrop
1.
richtungsunabhängig. Speziell die Lichtausbreitung ist isotrop,
und zwar unabhängig vom Bewegungszustand des Beobachters. Dies
widerspricht der additiven Zusammensetzung von Geschwindigkeiten und
ist Ausgangspunkt für die Relativitätstheorie. 2.
lichtartig
Isotropie der Lichtausbreitung
in der
Relativitätstheorie erkannte und benutzte Eigenschaft der
Lichtausbreitung, unabhängig von der Richtung immer die gleiche
Geschwindigkeit zu entwickeln und dies auch bei Zusammensetzung mit
anderen Geschwindigkeiten nicht zu ändern.
top
Jacobsstab
Gerät zur Bestimmung von
Winkeln zwischen den Sichtlinien zu verschiedenen Sternen, oft Ibn
Sina (Avicenna) zugeschrieben, aber vermutlich schon von Ptolemaios
als Hipparchs Dioptra bekannt.
Kaluza-Klein-Theorie
Kaluza
und Klein: N = 5
SUGRA: N = 11
Fermionic superstring: N =
10
Bosonic superstring: N = 26
top
Kant,I.
1724-1804, Philosoph, hielt die
euklidische Geometrie für eine Erkenntnis vor aller Erfahrung.
Kantowski-Sachs-Modelle
Kompaneec-Chernov-Modell
ds2 = c2 dt2 - z2[t]
dr2 - b2[t] d\Omega2
Kausalordnung
(Halb-)Ordnung der Ereignisse der
Welt, die es gestattet, eine Wirkung ihren Ursachen immer eindeutig
nachzustellen (Tachyonen).
Die Existenz einer solchen Halbordnung heißt Kausalität,
auch wenn dieser Begriff manchmal synonym für deterministische
Kausalität verwendet wird, d.h. für die Erwartung, daß
die vollständige Präparation eines Systems es gestattet,
zumindest die nahe Zukunft eindeutig zu berechnen.
Kegelschnitt
Kurve zweiter Ordnung in der Ebene.
Ein Kegelschnitt wird von einer Geraden in maximal zwei reellen
Punkten geschnitten und behält diese Eigenschaft bei projektiven
Abbildungen bei. Ein Kegelschnitt ist durch die Vorgabe von 5 Punkten
oder anderen geeigneten Elementen bestimmt.
Kegelschnitte lassen
sich als Lösung quadratischer Gleichungen darstellen und sind
deshalb nach Geraden und Punkten die nächsteinfachen
geometrischen Gebilde.
Kepler,J.
1571-1851,
Astronom und Mathematiker, Begründer der modernen Astronomie,
fand die nach ihm benannten Gesetze der Planetenbewegung. Erstes
Keplersches Gesetz: Die Planetenbahnen sind Ellipsen um die
Sonne in einem der Brennpunkte. Zweites Keplersches Gesetz:
Die Strecke zwischen Planet und Sonne überstreicht in gleichen
Zeiten gleiche Flächen. Drittes Keplersches Gesetz: Das
Quadrat der Umlaufzeit ist dem Kubus der großen Halbachse
proportional.
Klein,F.
1849-1925, Mathematiker,
Autor des Erlanger Programms der Geometrie.
Kleinsches Modell:
Modell der nichteuklidischen Geometrie, bestehend aus den Punkten und
Sekanten eines Kreises. Es kann als Projektion der Zeitschale aus dem
Mittelpunkt auf die Ebene interpretiert werden.
Kollinearität
Drei
Punkte sind kollinear, wenn sie auf einer gemeinsamen Geraden liegen
(Axiome
der projektiven Geometrie).
konforme Abbildung
lokal
formerhaltende (winkeltreue) Abbildung (Aberration).
Kongruenz
1. Formgleichheit nach Transformation
durch die Operationen einer vorzugebenden Symmetriegruppe, im
besonderen Deckungsgleichheit nach Verschiebungen und Verdrehungen im
Raum.
2. (n-1)--parametrige Familie von Kurven in einem
n--dimensionalen Raum.
Konstanz der
Lichtgeschwindigkeit
Absolute Unabhängigkeit der
Lichtgeschwindigkeit von der Ausbreitungsrichtung
Kontingenz
der Geometrie
Möglichkeit und Notwendigkeit der
Entscheidung der Anwendbarkeit durch Experiment und Beobachtung.
Koordinaten
Zahlen, welche die Position eines
Punktes relativ zu anderen Punkten oder Linien angeben.
Kosmologie
Lehre von der globalen Konsistenz
(Kosmos) der Physik und ihrer Nachprüfbarkeit am beobachtbaren
Teil des Universums, das den Kosmos verwirklichen soll. Die Basis der
Kosmologie ist das kosmologische Prinzip, das verlangt, daß der
beobachtbare Teil des Universums typisch für das Ganze ist und
das Universum jenseits des Horizonts von den gleichen physikalischen
Gesetzen beherrscht wird und im wesentlichen die gleiche Verteilung,
Zusammensetzung und Dichte der Materie zeigt. Die Homogenität
des Universums wird durch die Isotropie der
Mikrowellen-Hintergrundstrahlung
gestützt, wenn auch die Skala der Homogenität noch nicht
sicher ist. In exakt homogenen Weltmodellen kann man die Welt als
expandierende (oder kontrahierende) Folge homogener Raumschnitte
darstellen. Eine Bewegung kann dann zerlegt werden in die durch diese
Expansion bedingte Bewegung und eine Pekuliarbewegung. Die
Raumkoordinaten werden so gewählt, daß sie sich nur für
ein Objekt mit Pekuliarbewegung ändern. Sie heißen
dann expansionsbereinigte oder mitbewegte Koordinaten. Die Expansion
wird durch die Friedmann-Gleichung
bestimmt.
kosmologische Konstante
Grundniveau
der Weltkrümmung.
kosmologische
Rotverschiebung
Verschiebung des Spektrums einer entfernten
Quelle ins Rote proportional zu ihrer Entfernung, cum grano salis zu
deuten als Doppler-Effekt
zu einer universellen homogenen Expansion.
kosmologische
Zeit
In der allgemeinen Relativitätstheorie erhalten
Koordinaten nur in Bezug auf reale, in der Raum-Zeit eingebettete
Objekte physikalische Bedeutung. Ohne einen solchen Bezug, auch bei
einer leeren Raum-Zeit, definiert jede Schichtung der Welt in eine
Folge von Räumen eine Zeitkoordinate gleichen Status. In der
Kosmologie setzen wir die Existenz einer Schichtung nahezu homogen
isotroper Räume voraus. Das ist eine spezielle Schichtung, und
die entsprechende Zeit ist die kosmologische Zeit.
Ist das
Universum leer, kann es mehrere solche Schichtungen geben. Die
Minkowski-Welt und die deSitter-Welten sind Beispiele dafür.
Enthält das Universum Materie, existiert nur eine solche
Schichtung. Die Linien konstanten Ortes sind dann zeitartige Linien,
die so gewählt werden, daß sie die mittlere Bewegung der
Materie wiedergeben. Die kosmologische Zeit ist dann die Eigenzeit
dieser Bewegung.
Kraft
Ursache der Änderung
des Impulses
eines Gegenstands. Nach der Beobachtung einer Kraft durch eben solche
Impulsänderungen und unter der Voraussetzung gleicher Wirkung
auf andere Gegenstände ergibt sich eine Bewegungsgleichung, die
zu lösen und deren Lösung zu überprüfen ist
Kreis
geometrischer Ort der Punkte festen Abstands
von einem Zentrum in der Ebene.
Kreuzprodukt
Antisymmetrisches
bilineares Produkt zweier Vektoren im dreidimensionalen Raum, das die
Richtungskoeffizienten der von beiden aufgespannten Ebene liefert.
Krümmung
Abweichung von der euklidischen
Geometrie.
Kugel
(in unserem Zusammenhang)
geometrischer Ort aller Punkte festen Abstands von einem Zentrum im
Raum.
top
Längeneinheit
klassisch durch die Maße
eines festen Körpers gegeben, wegen der besonders genauen
Reproduzierbarkeit der Lichtgeschwindigkeit jetzt angeschlossen an
die Zeiteinheit (Bohrscher
Radius).
Längenkontraktion
Projektionseffekt
der Relativitätstheorie, benannt nach Lorentz und FitzGerald.
Längentransport
Grundkonstruktion der
Geometrie.
Leistung
freigesetzte Energie
pro Zeiteinheit.
lichtartig
Zwei Ereignisse liegen
lichtartig zueinander, wenn die Verbindungsgerade Mantellinie der von
den Ereignissen getragenen Lichtkegel ist. Eins von beiden kann dann
durch ein Lichtsignal erreicht werden, das vorher das andere passiert
hat oder von ihm ausgelöst worden ist. Ein Vektor
heißt lichtartig, wenn seine Richtung mit der einer solchen
Verbindung zusammenfällt. Lichtartige Vektoren haben das
Betragsquadrat Null. Beispiel für einen lichtartigen Vektor ist
Geschwindigkeit und Impuls eines Teilchens mit Ruhmasse
Null.
Lichteck
Vierseit aus lichtartigen Geraden.
Lichtecke werden zur Konstruktion der Spiegelung in der
Minkowski-Ebene verwendet.
Lichtgeschwindigkeit
in
der Relativitätstheorie als Synonym für die absolute
Geschwindigkeit verwendet, die sich bei Zusammensetzung mit anderen
Geschwindigkeiten nicht verändert. Das Synonym ist verwendbar,
weil zu vermuten ist, daß die Lichtgeschwindigkeit diese
absolute Geschwindigkeit ist, die Photonen also ruhmasselos sind.
Stellte sich die Ruhmasse der Photonen als positiv heraus, setzte das
nicht etwa die Relativitätstheorie außer Kraft, sondern
entthronte nur die Lichtgeschwindigkeit als absolute Geschwindigkeit.
Für Konsistenz und Anwendbarkeit der Relativitätstheorie
ist es nicht nötig, daß es überhaupt ein Objekt gibt,
daß sich mit der absoluten Geschwindigkeit bewegt. Entscheidend
sind die geometrischen Relationen in der Raum-Zeit. Diese sind auch
ohne ruhmasselose Teilchen nachprüfbar. --
Massive Teilchen
sind gewöhnlich langsamer als das Licht.
Überlichtgeschwindigkeit wird nur beobachtet, wenn die
Lichtgeschwindigkeit kleiner als die im Vakuum, also kleiner als die
absolute Geschwindigkeit der Relativitätstheorie ist, so daß
auch die Überlichtgeschwindigkeit kleiner als die absolute
Geschwindigkeit sein kann. In diesem Falle beobachtet man das
Äquivalent der Machschen Kegel der Akustik in Form des
Tscherenkov-Effekts. --
Versteht man unter
Überlichtgeschwindigkeit aber eine Geschwindigkeit größer
als die absolute Geschwindigkeit, dann ist man im Bereich ungestützer
Vermutung, die darüberhinaus zu ernsten Problemen der Konsistenz
mit der beobachteten Kausalordnung
führt. Die hypothetischen Teilchen, die sich mit
Überlichtgeschwindigkeit bewegen sollen, heißen Tachyonen.
--
Im Internationalen System bezieht die Lichtgeschwindigkeit die
Längeneinheit auf die Zeiteinheit und ist festgelegt auf 299 792
458 m/s.
Lichtkegel
Kegel aus den Weltlinien, die
eine Bewegung mit Lichtgeschwindigkeit
beschreiben. Lichtkegel trennen absolute Zukunft und absolute
Vergangenheit (das Innere des Doppelkegels) von der relativen
Gegenwart (dem Äußeren des Doppelkegels). Die Ereignisse
im Inneren des Lichtkegels liegen zeitartig
zum Aufpunkt, die Ereignisse außerhalb dagegen raumartig.
Lichtuhr
Gedankenkonstruktion einer Uhr, die nur
die Lichtausbreitung und den Paralleltransport nutzt und auf diese
Weise unabhängig von konzeptionell verwickelteren Prozessen ist.
lineare Abbildung
Sind die Objekte der Abbildung
linear kombinierbar, sollen die Bilder einer Linearkombination gleich
der Linearkombination der Bilder sein. Lineare Abbildungen linearer
Vektorräume werden am einfachsten durch Matrizen
dargestellt.
Linienelement
Darstellung der Länge
einer Verbindung zwischen zwei benachbarten Ereignissen als
verallgemeinerte Form des Pythagoras, d.h. als quadratischer Ausdruck
in den Koordinatendifferenzen. Hat der Punkt P die Koordinaten xk
{k=1,...,n) und Q=P+ dP die Koordinaten xk+ dxk,
schreibt man als Linienelement einen Ausdruck
ds2 =
\sumik gik[x] dxi dxk .
Die Bogenlänge einer allgemeinen Kurve xk[\lambda]
, 0<\lambda<1 ist dann durch ein Integral
s = \int01
sqrt[\sumik gik[x] \diffq{xi}{\lambda}
\diffq{xk}{\lambda}] d\lambda
gegeben.
Lobachevski,N.I.
1792-1856, Mathematiker,
konstruierte zeitgleich mit Bolyai die erste nichteuklidische
Geometrie, die hyperbolische Geometrie, die auch
Lobachevski-Geometrie genannt wird.
Lorentz,H.A.
1853-1928,
Physiker, Nobelpreis 1902. Begründer der klassischen
Elektronentheorie. Nach ihm benannt ist die Lorentz-Gruppe.
Das ist die Gruppe der Transformationen,
die in der Relativitätstheorie die Koordinaten verschiedener
Inertialsysteme ineinander überführen. Invarianz gegen die
Lorentz-Gruppe ist eine Grundforderung an alle Theorien elementarer
Phänomene.
lotrecht
spezielle relative Lage
zweier sich schneidender Geraden. Zwei Geraden stehen lotrecht
aufeinander, wenn die kombinierte Spiegelung an beiden eine Drehung
um den gestreckten Winkel, also selbst wieder eine Spiegelung (um
einen Punkt) ist.
top
Mach,E.
1838-1916, Physiker und Philosoph.
Von Einstein nach ihm benannt ist das Machsche Prinzip, die
lose definierte überzeugung, daß die Trägheit der
Existenz und der Wechselwirkung mit dem umgebenden Universum
geschuldet ist. So sollte die Mechanik allein die Rotation eines
isolierten festen Körpers nicht feststellen können. Das
Machsche Prinzip gestattet verschiedene konstruktive Ausdeutungen und
ist deshalb noch nicht entschieden
Magisches
Primzahlquadrat
1 823 821 809 811 797 19 29 313 31 23 37 89 83 211 79 641 631 619 709 617 53 43 739 97 227 103 107 193 557 719 727 607 139 757 281 223 653 499 197 109 113 563 479 173 761 587 157 367 379 521 383 241 467 257 263 269 167 601 599 349 359 353 647 389 331 317 311 409 307 293 449 503 523 233 337 547 397 421 17 401 271 431 433 229 491 373 487 461 251 443 463 137 439 457 283 509 199 73 541 347 191 181 569 577 571 163 593 661 101 643 239 691 701 127 131 179 613 277 151 659 673 677 683 71 67 61 47 59 743 733 41 827 3 7 5 13 11 787 769 773 419 149 751
Massendefekt
Da die träge Masse eines Objekts
proportional seiner Gesamtenergie ist, mißt die Ruhmasse die
innere Erergie. Deshalb ist die Ruhmasse eines gebundenen Systems
kleiner als die Summe der Ruhmassen seiner Teile in ungebundenem
Zustand. Diese Differenz heißt Massendefekt. Die den
Bindungsenergien im Atomkern entsprechenden Massendefekte sind
wägbar.
Massenschale
raumartige Fläche im
vierdimensionalen (und pseudoeuklidischen) Impulsraum, auf der die
Impulsvektoren von Objekten gegebener fester Ruhmasse enden, wenn sie
vom Ursprung aus gezeichnet werden.
In der klassischen
Teilchendynamik liegt der Viererimpuls immer auf der Massenschale.
Nach der Quantentheorie können intermediäre Teilchen, die
Wechselwirkung vermitteln, für kurze Zeit Viererimpulse
außerhalb der Massenschale haben.
Matrix
Rechteckiges
Schema von Komponenten, gekennzeichnet durch Zeilenzahl m und
Spaltenzahl n , die den Typ (m,n) fixieren. Die Stelle im Schema wird
durch zwei Indizes 1 <= i <= m und 1 <= k <= n
charakterisiert. Das Vielfache einer Matrix A wird gebildet, indem
das Vielfache jeder einzelnen Komponente Aik geschrieben
wird: (\lambda A)ik = \lambda Aik . Zwei
Matrizen A und B gleichen Typs können addiert werden. Die Summe
C ist eine Matrix gleichen Typs, deren Komponenten die Summen der
entsprechenden Komponenten der Summanden sind: Cik = Aik
+ Bik . Zwei Matrizen A und B können multipliziert
werden, wenn die Spaltenzahl n1 des ersten Faktors gleich
der Zeilenzahl m2 des zweiten Faktors ist. Das Produkt C
ist dann eine Matrix vom Typ (m1,n2) . Die
Komponente mit den Indizes i und k ist das Skalarprodukt der i -ten
Zeile des ersten Faktors mit der k -ten Spalte des zweiten: Cik
= \suml AilBlk .
Maupertuis,P.-L.M.de
1698-1759, Mathematiker,
formulierte als erster ein Prinzip der kleinsten Wirkung für die
Mechanik
Maxwell,J.C.
1831-1879, Physiker, fand
u.a. die Formulierung der Elektrodynamik (Maxwellsche Gleichungen),
die die Invarianz gegen die Lorentz-Gruppe
deutlich werden ließ.
Mechanik
Lehre von der
Bewegung materieller Objekte unter Einfluß von Kräften,
deren Erklärung nicht mehr Gegenstand der Mechanik ist. Die
Mechanik gründet sich auf die Newtonschen
Axiome.
Medium
vermittelndes Substrat,
Kontinuum, dessen lokale Anregungen sich durch lokale Kopplung
ausbreiten und Wellenerscheinungen hervorrufen (Äther).
Metrik
Definition eines Abstands zwischen je zwei
Punkten. Dürfen wir differenzieren, so reicht es, wenn die
Abstände infinitesimal benachbarter Punkte festgelegt werden.
Dies geschieht am einfachsten durch das Linienelement.
Die Metrik macht die Länge von Vektoren (im Linienelement die
Länge infinitesimaler Verbindungen) meßbar, indem sie ein
Betragsquadrat konstruiert, das aber in lokal pseudoeuklidischen
Welten auch negativ sein kann.
metrische Ebene
Ebene
mit der Definition eines Abstands zwischen ihren Punkten.
Michelson,A.A.
1852-1931, Physiker, fand mit Hilfe
seines Interferometers, dass der unterstellte Äther von der Erde
abgebremst und wie die Atmosphäre mitgenommen wird (zuerst 1881
in Potsdam). Im Lichte von Einsteins Relativitätstheorie stellt
das Versuchsergebnis das Versagen der additiven Zusammensetzung einer
Geschwindigkeit mit der Lichtgeschwindigkeit dar.
Mikrophysik
Physik der kleinen Systeme. Wann ein
System klein ist, entscheidet das Produkt aus dem Impuls
seiner Teile und der Länge ihrer Wege im System. Dieses Produkt
ist eine Wirkung, deren kleinste Einheit das von Planck
gefundene Wirkungsquantum h ist. Ein System ist klein, wenn
die involvierten Wirkungen so klein sind, daß die Existenz
dieses Wirkungsquantums noch fühlbar ist (Quantenmechanik).
Mikrowellenhintergrund
homogen verteilte
elektromagnetische Strahlung im Universum. Ihre heutige Temperatur
ist etwa 2.73 K, ihre relative Inhomogenität 10-5 .
Sie ist eine seit der Neutralisierung des primordialen
Hochtemperaturplasmas im wesentlichen adiabatisch isoliert. Vorher
war sie die Hauptkomponente des Wärmebades für das
Universum. Die Temperatur adiabatisch isolierter
Strahlungskomponenten ist umgekehrt proportional zur Ausdehnung des
Universums (Kosmologie).
Minkowski,H.
1864-1909, Mathematiker, Konstrukteur
der nach ihm benannten relativistischen Geometrie der Minkowski-Welt,
einer ebenen Welt aus Raum und Zeit, deren Bewegungsgruppe die
Relativität der Geschwindigkeit mit der Existenz einer absoluten
Geschwindigkeit vereinbart. Ihre Geometrie heißt
Minkowski-Geometrie.
Mittelsenkrechtensatz
metrisches
Äquivalent der Transitivität der Gleichheit. Die
Mittelsenkrechten eines Dreiecks gehen durch einen Punkt, den
Umkreismittelpunkt des Dreiecks.
Mössbauer-Effekt
Reduktion
des Rückstoßes von in γ-strahlenden Atomkernen durch
Kühlung unter die akustische Anregungstemperatur der
einbettenden kristallinen Struktur. Dadurch übernimmt die große
Masse des Kristalls den Impuls des Rückstoßes, die
Rückstoßgeschwindigkeit und mit ihr die
Rückstoßverbreiterung der γ-Linie werden extrem
klein.
Molekül
kleinstes Teilchen einer
chemischen Verbindung, gebundenes System aus mehreren Atomen. Die
Bindungsenergie der Atome im Molekül ( \approx 10 eV) ist
deutlich geringer als die der Bestandteile des Atomkerns (1 MeV).
top
Neutron
Elektrisch neutrales
Elementarteilchen
mit Eigendrehimpuls s = \eh\hbar , Ruhmasse mnc2
= 938 MeV und magnetischem Moment \mu = -1,9131 e\hbar(2 mp)-1
. Aus Sicht der starken Wechselwirkung ist das Neutron mit dem Proton
bis auf den sog. Isospin identisch. Die Unterschiede, die auf die
verschiedene elektrischen Ladung und auch auf eine geringe
Ruhmassendifferenz führen, sind der elektromagnetischen und der
schwachen Wechselwirkung geschuldet. Die Ruhmassendifferenz
verursacht die Instabilität des Neutrons, das mit einer
mittleren Lebensdauer von 10 min in ein Proton und leichtere Teilchen
zerfällt.
Newton,I.
1642-1727, Mathematiker,
Physiker, Astronom und Philosoph. Begründer der Mechanik und
zeitgleich mit Leibniz der Differentialrechnung. Er formulierte die
Newtonsche Axiome: Lex prima: Ein kräftefreier
Körper bewegt sich geradlinig und gleichförmig. Lex
secunda: Die gleichförmige Bewegung wird durch Kräfte
gestört, die in Richtung der Änderung des Produkts aus
(träger) Masse und Geschwindigkeit ziehen. Lex tertia:
Die Kräfte zwischen zwei Körpern sind entgegengesetzt
gleich. -- Das dritte Gesetz impliziert, daß der Schwerpunkt
eines Körpers einen idealen Massenpunkt realisieren kann und
deshalb der Massenpunkt eine brauchbare Idealisierung auch für
ausgedehnte Objekte ist. Außerdem gestattet das dritte Axiom
die tatsächliche Bestimmung der (trägen) Masse.
nichteuklidische Geometrie
Geometrie ohne
Parallelenaxiom, speziell die hyperbolische Geometrie.
top
Paarvernichtung
Umwandlung von
Teilchen-Antiteilchen-Paaren in Photonen. Eine solche Umwandlung ist
möglich, weil die Summe der Ladungen für jede Art Ladung
(mit Ausnahme der schweren Masse) bei einem solchen Paar exakt Null
ist. Die Masse bleibt erhalten und liefert die Masse der (vollständig
kinetischen) Energie der Photonen. Der umgekehrte Prozeß ist
die Paarerzeugung, die Entstehung von Teilchen-Antiteilchen-Paaren
aus der Energie eines Photons unter Mitwirkung eines massiven
Teilchens, ohne das die Impulsbilanz nicht aufgehen kann.
Pappos
von Alexandria
um 320 v.u.Z., fand z.B. die Invarianz des
Doppelverhältnisses bei perspektiver Abbildung und das nach ihm
benannte Theorem
Paradoxon
auf Grund unzureichender
Analyse scheinbar widersprüchliches, überraschendes oder
unerwartetes Phänomen.
Parallaxe
Bezeichnung
für die Entfernungen im Universum, die sich darauf bezieht, daß
die einfachsten Bestimmungen auf die Winkel eines Dreiecks bekannter
Basislänge zielen.
Parallelen
Geraden, die
sich im Endlichen nicht schneiden. Die Bestimmung hängt davon
ab, ob und wie das Endliche invariant bestimmt ist.
Parallelenaxiom
Zu jeder Geraden g und zu jedem
Punkt A , der nicht auf der Geraden g liegt, gibt es genau eine
Gerade a , die durch A geht und die Gerade g im Endlichen nicht
schneidet. -- Das ist das Schlußaxiom der euklidischen
Geometrie, das nach langem Streit als unabhängig von den anderen
anerkannt werden mußte, nachdem die nichteuklidische Geometrie
(genauer die Lobachevski-Geometrie) gefunden war, die alle anderen
Axiome der euklidischen Geometrie erfüllt, nur nicht das
Parallelenaxiom.
Paralleltransport
Verschiebung
einer Richtung ohne lokale Änderung. Die Definition eines
Paralleltransports ist notwendig, wenn Vektoren an verschiedenen
Punktes verglichen werden müssen. Sie ist in gekrümmten
Räumen nicht trivial. Am einfachsten ist das Festhalten der
Winkel zur Tangente einer Geodäte (geodätischer
Paralleltransport). Es gibt aber auch natürliche Verfahren, die
davon verschieden sind, zum Beispiel der Transport mit Hilfe der
Magnetnadel.
Pascal,B.
1623-1662, Mathematiker,
Physiker, Philosoph. Seinen Namen trägt ein grundlegendes
Theorem über Kegelschnitte.
Peripheriewinkelsatz
Die Winkel, die an den
Peripheriepunkten eines Kreises mit einer festen Sehne gebildet
werden, sind alle gleich.
perspektive
Abbildung
linientreue Abbildung, bei der die Verbindungslinien
zwischen den abgebildeten Punkten und ihren Bildern sich alle in
einem Punkt, dem Zentrum der Perspektive schneiden.
Phasenraum
Raum
der Zustände eines Systems, die durch allgemeine Lage- und
Impulskoordinaten beschrieben werden, so daß die
Bewegungsgleichungen von erster Ordnung sind.
Photon
Quantum
der Energie eines Oszillators des elektromagnetischen Wellenfeldes.
Seine Energie ist proportional zur Frequenz, E=h\nu . Ist diese
Energie vergleichbar oder größer als die Energie der mit
dem elektromagnetischen Feld wechselwirkenden Teilchen, kann das
Photon selbst als Teilchen angesehen werden, mit dieser Energie und
dem Impuls p=h\nu/c . In der klassischen Elektrodynamik kann das
Photon mehr oder weniger schlecht als Wellengruppe interpretiert
werden, deren überlagerung außerhalb eines kleinen
Raumbereichs verschwindende Amplitude hat. Solch eine Wellengruppe
kann klassisch jeden Energiewert haben, der Impuls ist aber immer
p=E/c .
Planck,M.
1858-1947, Physiker, Nobelpreis
1918. Mitbegründer der Quantentheorie, fand im Spektrum der
Wärmestrahlung das erste Gesetz überhaupt, nach dem das
Wirkungsquantum h bestimmt werden kann. Dieses Wirkungsquantum ist h
= 6.626 10-34 Js.
Poincar'e,H.
1854-1912,
Mathematiker, formulierte das Relativitätsprinzip.
Pol einer Geraden
siehe Polarität
Polardreieck
Dreieck, in dem jede Ecke Pol der
gegenüberliegenden Seite ist. In der metrischen Geometrie
existieren eigentliche Polardreiecke nur im elliptischen Fall.
Polare eines Punktes
siehe Polarität
Polarität
in der Ebene Abbildung zwischen
Punkten und Geraden, bei der drei Punkte auf einer Geraden zu drei
Geraden durch einen Punkt geh"oren und umgekehrt Das Bild einer
Geraden heißt Pol der Geraden, das Bild eines Punktes Polare
des Punktes. Die Polarität ordnet jedem Punkt eine Polare
und jeder Geraden einen Pol
zu.
Eine Polarität ist einem Kegelschnitt äquivalent,
dem geometrischen Ort aller Punkte, die auf ihrer eigenen Polaren
liegen, bzw. der geometrische Ort aller Geraden, die ihren eigenen
Pol enthalten. Ist der Kegelschnitt gegeben, erhält man die
Polare eines Punktes, wenn man die Tangenten an den Kegelschnitt
sucht und deren Berührpunkte verbindet. Der Pol einer Geraden
ist der Schnittpunkt der Tangenten an den Schnittpunkten der Geraden
mit dem Kegelschnitt.
Von jedem Punkt einer Geraden wird der
Winkel zwischen der Verbindungslinie zum Pol der Geraden und der
Geraden selbst durch die beiden Tangenten an den Kegelschnitt
harmonisch
geteilt. Jede Verbindung zwischen einem Punkt auf einer Geraden
und deren Pol wird durch die Schnittpunkte mit dem Kegelschnitt
harmonisch geteilt.
Im Raum werden Punkte und Ebenen aufeinander
abgebildet, Geraden auf Geraden. In einem n -dimensionalen Raum wird
jeder linearen Mannigfaltigkeit R eine andere ( P[R] ) zugeordnet,
deren Dimension dim P[R] = n - dim[R] ist, wobei die Inzidenz
erhalten bleibt.
Polarkoordinaten
Koordinaten aus
Abstandskoordinate von einem Zentrum und Richtungskoordinaten der
Verbindung von diesem Zentrum.
Potential
In
einfachen Fällen (Gravitationsfeld, elektrostatisches Feld) kann
die Stärke eines Feldes als Steilheit eines Abstiegs dargestellt
werden. Die Funktion, die nun die entsprechende Höhe beschreibt,
heißt Potential. Normal Null wird dabei im allgemeinen ins
unendlich Ferne gelegt.
projektive Abbildung
Lineare
Abbildung des Punktraums auf sich bei gleichzeitiger Abbildung des
Geradenraums auf sich, wobei das Skalarprodukt -- d.h. die Inzidenz
-- unverändert bleiben soll. Projektive Abbildungen der Ebene
lassen das Doppelverhältnis von vier Punkten einer Punktreihe
und von vier Geraden eines Strahlbüschels unverändert.
Proton
leichtestes der schweren Elementarteilchen,
deshalb vermutlich stabil. Das Proton trägt eine positive
Elementarladung e , einen Eigendrehimpuls (Spin) von \eh\hbar (wie
das Neutron) und ein magnetisches Moment von \mu = 2,793 e\hbar(2
mp)-1 . Seine Ruhmasse ist 937 MeV. Zusammen
mit dem Neutron bildet es im Wechselspiel von starker Anziehung und
elektrischer Abstoßung die Atomkerne.
pseudoeuklidische
Geometrie
Geometrie mit Parallelenaxiom und indefinitem
Abstandsquadrat (Minkowski).
Punkt
siehe Axiome
der projektiven Geometrie
Pythagoras
582-496
v.Chr., Mathematiker und Philosoph.
Seinen Namen trägt ein
grundlegendes Theorem der euklidischen Geometrie, das aber vermutlich
früheren Ursprungs ist. Bei entsprechender Interpretation kann
das Theorem auch in der pseudoeuklidischen Geometrie verwandt werden.
top
Quadrik
Durch eine homogene quadratische
Gleichung bestimmte Hyperfläche.
In der projektiven Ebene ist eine Quadrik ein Kegelschnitt.
Quantenmechanik
Formulierung der Mechanik
entsprechend der Quantisierung der Wirkung, die von Planck
gefunden wurde. Impuls
und Ort werden nicht mehr gleichzeitig beliebig genau meßbar
(Heisenbergsche Unschärfe), es gibt deshalb keine eigentlichen
Teilchenbahnen mehr, nur interferierende Wellen einer
Aufenthaltswahrscheinlichkeit, deren Amplitude im einfachsten Fall
einer Schrödinger-Gleichung genügt. Die Heisenbergsche
Unschärfe bewirkt, daß selbst im Grundzustand ein System
nicht vollständig zu innerer Ruhe kommen kann. Das ist der Grund
für die Existenz einer Nullpunktsenergie.
Quasar
quasistellare
Radioquelle, quasistellares Objekt. Ein Quasar ist ein sternförmig
erscheinendes kosmisches Objekt großer Rotverschiebung, das
gewöhnlich eine starke Radioquelle ist. Quasare sind extrem
leuchtkräftige extragalaktische Objekte.
top
Radialgeschwindigkeit
Geschwindigkeit, mit
der sich ein Objekt auf den Beobachter zu oder von ihm weg bewegt.
Die Radialgeschwindigkeit kann wegen des Doppler-Effekts der
Spektrallinien viel genauer bestimmt werden als etwa die
Eigenbewegung.
raumartig
Zwei Ereignisse liegen raumartig
zueinander, wenn die Verbindungsgerade ausserhalb der von den
Ereignissen getragenen Lichtkegel verläuft. Ein Vektor
heißt raumartig, wenn seine Richtung mit der einer solchen
Verbindung zusammenfällt. Raumartige Vektoren haben ein
negatives formales Betragsquadrat. Beispiel für einen
raumartigen Vektor ist die Beschleunigung eines Teilchens.
Relativität
Bezogenheit einer Aussage auf
äußere Gegenstände oder Umstände, deren
Veränderung die Aussage notwendig verändern. Das
Ausgangsproblem der Relativitätstheorie war die Konsistenz der
Relativität der Geschwindigkeit mit der Existenz einer absoluten
Geschwindigkeit (der Lichtgeschwindigkeit).
Relativität der Gleichzeitigkeit
Abhängigkeit
des Urteils über die Gleichzeitigkeit der Ereignisse an
verschiedenen Orten vom Bewegungszustand des Beurteilenden,
charakteristisch für die Relativitätstheorie und Quelle der
meisten Mißverständnisse.
Relativitätsprinzip
Forderung
an die Konstruktion einer Theorie, von vornherein zu berücksichtigen,
daß bestimmte Gegebenheiten nur in Bezug auf äußere
Gegenstände definierbar und meßbar sind, in einem
abgeschlossenen System also keine Rolle spielen dürfen. In der
(speziellen) Relativitätstheorie geht es dabei wesentlich um die
Geschwindigkeit.
Ort, Zeit, Orientierung und Geschwindigkeit eines
abgeschlossenen Systems sind relativ und lassen sich nur in Bezug auf
zusätzliche äußere Gegebenheiten bewerten.
Dieses
Relativitätsprinzip gilt sowohl in der Newtonschen als auch in
der Einsteinschen Mechanik. Während aber in der Newtonschen
Mechanik die Zusammensetzung von Geschwindigkeiten streng additiv
ist, gibt es in der Einsteinschen Mechanik eine absolute
Geschwindigkeit. Die Bewegungsgruppe der Welt, mit der die
Relativität realisiert wird, ist daher in beiden Fällen
verschieden.
Relativitätstheorie
Theorie, in
der die Invarianz der Wellengleichung auf alle anderen physikalischen
Phänomene überträgen wird. Im Fall der Mechanik erhält
man die Spezielle
Relativitätstheorie, in der die Gravitation noch nicht
zutreffend beschrieben werden kann. Wegen der Äquivalenz
von träger und schwerer Masse wird das Gravitationsfeld
durch die Koeffizienten der Wellengleichung dargestellt. Man erhält
eine Theorie für die Metrik der Welt, die Allgemeine
Relativitätstheorie.
Riemann,B.
1826-1866,
Mathematiker, betrachtete gekrümmte Räume beliebiger
Dimension, beginnend mit seiner Habilitation über die
Hypothesen, welche der Geometrie zugrundeliegen (Helmholtz).
Nach ihm benannt ist die Riemannsche Geometrie. Dies ist die
Geometrie des nur noch lokal euklidischen Raums, der durch die
Raumkrümmung verändert ist
Ruhmasse
Masse
des Gegenstands in seinem momentanen Ruhsystem. Während die
träge Masse bei der Bewegung eines abgeschlossenen Systems
erhalten bleibt, kann sich die Summe der Ruhmassen der Teile des
Systems in dem Maß e verändern, wie die innere Energie der
Teile mit ihrer kinetischen Energie ausgetauscht wird. Die Ruhmasse
eines Teilchens ist der Teil der Gesamtmasse, der charakteristisch
für das Teilchen und definitionsgemäß von seiner
Bewegung unabhängig ist. Genau in diesem Zusammenhang wird
manchmal (aber nicht in diesem Buch) einfach Masse geschrieben.
Ruhsystem
inertiales Bezugssystem,
in dem das betrachtete Objekt ruht. Für ein allgemein bewegtes
Objekt kann man noch zu jedem Zeitpunkt ein momentanes Ruhsystem
definieren, die Trägheitskräfte zeigen aber, daß das
Objekt eben nur für den gegebenen Moment darin ruhen kann.
Rydberg,J.
1854-1919, Physiker, trug zur
Entwicklung der Spektralanalyse bei. Nach ihm benannt ist die
Rydberg-Konstante, das Maß für die Distanz zwischen
den Spektrallinien eines Atoms auf der Frequenzskala und damit Maß
für die Festigkeit gebundener Zustände in atomaren
Systemen. Die Bindungsenergie eines Elektrons im Grundzustand bei
idealisiert unendlich schwerem Proton ist
h{\rm Ry\infty
= 2\pi2mee4h-2 = 2.18
10-18 J.
top
Schallwellen
Druck- und Scherwellen, hörbar
im Frequenzbereich zwischen 30 Hz und 30000 Hz.
scheinbare
Helligkeit
Maß der Intensität der Strahlung einer
Quelle am Ort des Beobachters.
schwere Masse
Ladung
eines Gegenstands im Schwerefeld. Ein Körper reagiert umso
stärker auf ein gegebenes Schwerefeld, je größer
seine schwere Masse ist. Die schwere Masse wird mit Waagen bestimmt.
Entgegen der Erfahrung im elektrischen Feld, wo die spezifische
elektrische Ladung von Gegenstand zu Gegenstand variieren kann, ist
die spezifische Gravitationsladung universell. Dies heißt
Äquivalenz
von schwerer und träger Masse. Sie ist Grundlage der
Allgemeinen Relativitätstheorie. Die schwere Masse ist
begrifflich zu trennen in die Ladung im Gravitationsfeld (passive
schwere Masse) und die Quellstärke für das Gravitationsfeld
(aktive schwere Masse). Die Proportionalität beider realisiert
am einfachsten Newtonsche Gegenwirkungsaxiom und wird deshalb
üblicherweise angenommen.
Schwerkraft
massenproportionale,
nicht abschirmbare, aber extrem schwache Kraft großer
Reichweite. Quellstärke des Schwerefeldes und Ladung im
Schwerefeld sind der trägen
Masse proportional. Es gibt nur positive Massen, deshalb ist das
Schwerefeld nicht abschirmbar. Die Kraft ist sehr schwach: Im
Vergleich zur elektrostatischen Kraft zwischen zwei Protonen ist die
Schwerkraft zwischen beiden nur 10-36 . Während aber
alle anderen Kräfte abgeschirmt werden, addiert sich alle
Schwerewirkung. Die Gravitation wird dadurch zur bestimmenden Kraft
für die Bewegung der Himmelskörper und im Universum
allgemein.
Schwerpunkt
Virtueller Punkt, dessen
Massendipolmoment verschwindet. Seine Geschwindigkeit multipliziert
mit der Gesamtmasse des betrachteten Objekts ist gleich dem
Gesamtimpuls des Systems.
senkrecht
spezielle
relative Orientierung zweier Geraden. Zwei Geraden in der Ebene
stehen aufeinander senkrecht, wenn die kombinierte Spiegelung an
beiden die Rotation um einen gestreckten Winkel ergibt, d.h. selbst
wieder involutorisch ist, wobei der Schnittpunkt der Geraden fest
bleibt.
Die Begriffe des Senkrechtstehens und der Spiegelungen
sind in gewissem Maße äquivalent. Sie können nicht
von anderen abgeleitet werden, sondern bedürfen einer geeigneten
Definition. Die zentrale Eigenschaft einer solchen Wahl ist der
Höhensatz.
Sinussatz
In einem Dreieck der euklidischen Ebene
sind die Sinus der Winkel den gegenüberliegenden Seiten
proportional. Die Form dieser Aussage charakterisiert die jeweilige
Geometrie der Ebene. Schreiben wir an Stelle der Länge a einer
Seite den Umfang \Pi[a] des Kreises mit dem Radius a , dann faßt
der Sinussatz in der Form
\Pi[a] : \Pi[b] : \Pi[c] = sin[\alpha] :
sin[\beta] : sin[\gamma]
elliptische (sphärische),
euklidische und Lobachevski-Geometrie zusammen. Schreiben wir an
Stelle des Sinus das Verhältnis \Sigma der Länge der
projizierenden Lotes zur Länge der projizierten Strecke, so
finden wir für alle Geometrien
\Pi[a] : \Pi[b] : \Pi[c] =
\Sigma[\alpha] : \Sigma[\beta] : \Sigma[\gamma] .
So wie \Pi[a]
gleich sin[a] , a und sinh[a] sein kann, finden wir auch
\Sigma[\alpha] gleich sin[\alpha] , \alpha und sinh[\alpha] . Es
ergeben sich neun Kombinationen, die alle realisierbar sind.
Sommerfeld,A.
1868-1951, Physiker, trug wesentlich
zur Theorie der Atomspektren und des Atombaus bei. Nach ihm benannt
ist die Sommerfeldsche Feinstrukturkonstante, eine
dimensionslose Konstante zur Beschreibung der Feinstruktur der
Atomspektren. Die Feinstrukturkonstante \alpha ist als Verhältnis
von atomarem Geschwindigkeitsnormal und Lichtgeschwindigkeit
interpretieren. Als atomares Geschwindigkeitsnormal ist dabei das
Produkt aus Rydberg-Konstante
und Bohrschem
Radius
vatomar = 2rBohrRy\infty
= α c
anzusehen. Es gilt α = e2/(hc)
\approx 1/137 .
Spatprodukt
Volumen eines
Parallelepipeds im dreidimensionalen Raum als Funktion der drei
Kantenlängen und ihrer Orientierung, gegeben durch entsprechende
Vektoren.
Spezielle Relativitätstheorie
die
von A.Einstein entwickelte Theorie von Raum und Zeit, die sowohl die
Relativität der Geschwindigkeit als auch die universelle
Isotropie der Lichtgeschwindigkeit verband. Die wichtigste Konsequenz
ist die Geschwindigkeitsabhängigkeit der Masse und die
äquivalenz von Masse und Energie (Allgemeine
Relativitätstheorie).
sphärische
Geometrie
Geometrie der Kugeloberfläche. Wird die
Kugeloberfläche aus dem Kugelmittelpunkt auf die Ebene
projiziert (und damit Gegenpunkte identifiziert), entsteht die
elliptische
Geometrie.
sphärischer Exzeß
überschuß
der Winkelsumme in einem Dreieck auf einer gekrümmten Fläche
über den gestreckten Winkel.
Spiegel
Objekt,
das bei einer Spiegelung
punktweise fest bleibt.
Spiegelung
Abbildung, die
bei Wiederholung in den Ausgangszustand zurückführt
(Involution). Spiegelungen sind die involutorischen Elemente einer
Gruppe G , die man Bewegungsgruppe nennt: g aus G heißt
Spiegelung, wenn gg = 1 , aber g != 1 ist. Die Frage, wann das
Produkt zweier Spiegelungen wieder eine Spiegelung ist, ist der
zentrale Punkt im Gebäude der darauf aufbauenden Geometrie. Die
abstrakte Definition der Spiegelung spricht überhaupt noch nicht
von geometrischen Objekten wie Punkten oder Geraden. Zunächst
geht es nur um Algebra.
Werden Spiegelungen als längen- und
winkeltreu definiert (das gelingt, falls der Höhensatz gilt),
erzeugen sie eine metrische Geometrie.
Stoß
Wechselwirkung,
die unter Vernachlässigung des endlichen Zeitabschnitts der
Wechselwirkung beurteilt werden kann. Deshalb kann beim Stoß
die Bilanz aller Erhaltungsgrößen aufgestellt werden. Alle
anderen Größen aber müssen statistisch in Form von
Streuquerschnitten beschrieben werden, aus denen unter Umständen
auf die im Einzelnen beim Stoß wirksamen Kräfte
geschlossen werden kann (ideal
elastischer Stoß, total
unelastischer Stoß).
Strahlung
kontinuierliche
und freie Ausbreitung von Energie
und Masse in atomaren Einheiten mit großen Geschwindigkeiten
bzw. der Lichtgeschwindigkeit selbst. Ohne Attribut gebraucht, wird
der Begriff im allgemeinen durch den Kontext spezialisiert. Die
Intensität einer Strahlung ist der Leistung der Quelle direkt
und dem Quadrat des Abstands von der Quelle (allgemeiner der
Oberfläche einer entsprechenden Kugel um die Quelle) umgekehrt
proportional.
Summationskonvention
Konvention in
Formeln mit indizierten Tensorkomponenten. Tritt in einem Term ein
Buchstabe als oberer und als unterer Index auf, dann wird
über ihn ohne besonderen Hinweis summiert.
top
Tachyon
hypothetisches Teilchen, das sich
mit Überlichtgeschwindigkeit bewegt. Das Betragsquadrat des
Impulses eines Tachyons ist negativ, der Impuls ein raumartiger
Vektor. Die Hypothese der Existenz von Tachyonen steht gegen die
einer universellen Kausalordnung.
Teilung
Grundkonstruktion der Geometrie,
harmonische
Teilung.
Thomas-Präzession
Abweichung vom
Paralleltransport eines raumartigen Vektors (speziell des
Drehimpulses eines freien Gyroskops) durch die Nebenbedingung der
Orthogonalität zum (vierkomponentigen) Geschwindigkeitsvektor.
Die Thomas-Präzession ist ein Effekt der speziellen
Relativitätstheorie, also einer Welt ohne Krümmung.
Er kann verstanden werden als Effekt der Krümmung des
Geschwindigkeitsraums.
Die Thomas-Präzession ist für einen Teil der Feinstruktur
der Spektrallinien verantwortlich.
träge
Masse
Faktor, mit dem die Geschwindigkeiten gewichtet werden
müssen, damit ihre Summe beim Stoß erhalten bleibt. Die so
gewichtete Geschwindigkeit ist der Impuls. Damit führt jede
Reaktion auf eine um so größere Geschwindigkeit, je
kleiner die träge Masse ist. Sie kann deshalb als Widerstand
gegen Beschleunigung angesehen werden. In der vierdimensionalen Welt
enthält der Impulssatz den Satz von der Erhaltung der trägen
Masse.
total unelastischer Stoß
Stoß,
bei dem -- bezogen auf den Schwerpunkt
-- die kinetische Energie vollständig in innere Energie
umgewandelt wird und das Stoß produkt als ein Objekt mit der
konstanten Geschwindigkeit des Schwerpunkts weiterläuft.
Transformation
allgemeine Bezeichnung für eine
umkehrbare Abbildung, die also alle wesentlichen Eigenschaften erfaßt
und im Bild darstellt. Speziell ist sie eine Formwandlung, oft der
von einer Variablensubstitution betroffenen Größen; in der
Gruppentheorie Automorphismus einer Gruppe G = {g} , erzeugt durch
Multiplikation mit einem bestimmten Element a aus G , d.h., Ta[g]
= a-1 g a .
Transitivitätsgebiet
Gebiet,
das von einem Punkt erreicht werden kann, wenn er sich den
Transformationen einer Bewegungsgruppe
unterwirft. Wenn T = {t} die Transformationsgruppe bezeichnet, ist
das Transitivitätsgebiet eines Punktes P die Menge aller Punkte
der Form t[P] mit t aus T. Gehören alle Punkte zu einem
Transitivitätsgebiet, heißt die Gruppe transitiv.
top
Uhr
mißt den Zeitablauf durch Zählen
der Perioden entsprechender Vorgänge, deren Stabilität
(Gleichförmigkeit) von dem Verhältnis der inneren Kräfte
-- die den Vorgang in seine periodische Form zwingen -- zu den
äußeren Kräften -- welche die Uhr insgesamt
beschleunigen oder verformen -- bestimmt wird.
top
Vektor
Vektoren sind durch ihre Algebra
(Vektor-Algebra) definiert. Das ist eine Struktur von
Operationen, die sowohl die Erläuterung einer (kommutativen)
Addition untereinander als auch die einer distributiven und
assoziativen Multiplikation mit Zahlen einschließt.
In
diesem Buch wird der Begriff des Vektors nur in ganz anschaulichem
Sinn benutzt. Ein Vektor ist durch eine Richtung und eine Länge
bestimmt, er ist also in gewissem Sinne eine gerichtete Strecke. Er
wird deshalb durch so viele Komponenten beschrieben, wie der Raum
(die Welt) Dimensionen hat. So wie man die Elemente einer Gruppe
durch quadratische Matrizen darstellen kann, kann man Vektoren als
Matrizen der Spaltenzahl 1 darstellen. Vektoren werden dann wie
allgemeine Matrizen komponentenweise addiert oder mit einem
Zahlenfaktor multipliziert. Die Länge eines Vektors wird nach
derselben Formel bestimmt, die auch zur Berechnung des Abstands
genügend naher Punkte benutzt wird. Impulse und Feldstärken
sind Vektoren. Während der Impuls aber zunächst immer zum
bewegten Objekt gehört, ist die Feldstärke im ganzen Raum
bestimmbar und variiert von Ort zu Ort. Wir sprechen dann von einem
Vektorfeld. Die Reaktion der Vektoren auf Bewegungen zerfällt
deshalb in Reaktionen auf Drehungen um den Definitionspunkt, die
genauso einfach wie die Drehungen des Raums sind, und die Reaktion
auf Translationen, die Parallelverschiebung heißt und bei
Räumen mit Krümmung genauerer Untersuchung bedarf.
Vierervektor
bezeichnet einen vierkomponentigen
Vektor in einer Raum-Zeit im Gegensatz zu einem dreikomponentigen
Vektor des gewöhnlichen Raumes. Jede Richtung in einem
Raum-Zeit-Diagramm entspricht einem Vierervektor. Die Identifizierung
der vierten (Zeit-)Komponente eines sonst dreikomponentigen Vektors
des gewöhnlichen Raums ist eine Aufgabe der relativistischen
Kinematik. Die vierte Komponente der Geschwindigkeit ist die
Uhrenrate (Zeit des Inertialsystems gegen die Eigenzeit des Objekts).
In der Galilei-Geometrie ist sie trivialerweise gleich Eins. Die
vierte Komponente des Impulses ist die einerseits die träge
Masse, deren Verhältnis zur Ruhmasse damit gleich der Uhrenrate
ist, andererseits die Gesamtenergie des Objekts.
top
Welle
Erregung, die sich durch
mikroskopische Kopplung räumlich ausbreitet. Die ideale
Gleichung für die Ausbreitung einer Welle, die Wellengleichung,
definiert eine Metrik der Raum-Zeit. Das Relativitätsprinzip
impliziert, daß alle von den Wellengleichungen freier Wellen
bestimmten Metriken der aus der Mechanik ableitbaren Metrik gleichen.
Wellengruppe
Erregung, der als Superposition
monochromatischer Wellen verschiedener Wellenlänge aufgefaßt
wird. Hängt die Ausbreitungsgeschwindigkeit von der Wellenlänge
ab, sind Gruppengeschwindigkeit und Phasengeschwindigkeit
verschieden. Im allgemeinen wird die Energie mit der
Gruppengeschwindigkeit transportiert. Deshalb kann man eine
Wellengruppe als äquivalent eines Teilchens ansehen.
Welt
Oberbegriff für Raum und Zeit. Beide
Begriffe sind fundamental und entsprechen der unmittelbaren
Erfahrung, dass Gegenstände angeordnet sind. Der Raum ist die
Gesamtheit dieser möglichen und realen Anordnungen. Bewegung ist
änderung dieser Anordnungen, die dadurch relativ zueinander
wiederum geordnet erscheinen. Diese Ordnung ist die Zeit. Es ist eine
Aufgabe der Physik, diesen Ordnungen ein Maß zu geben, es ist
eine Aufgabe der Mathematik, axiomatische Modelle für solche
Anordnungen zu finden, in denen logisch einwandfreie Schlüsse
gezogen werden können.
In der Relativitätstheorie ist
die Welt ein zunächst formales Produkt aus Raum und Zeit, das
durch die lokale Minkowski-Geometrie der Ereignisse und Weltlinien so
unauflösbar wird, daß quantentheoretische Konstruktionen,
die ihrerseits die Auszeichnung einer Zeit erfordern, Probleme
bereiten.
Weltlinie
Kurve in einer Welt, die
gegebenenfalls die Geschichte der Position eines Gegenstandes
beschreibt.
Weyl,H.
1885-1955, Mathematiker, trug
zur Relativitätstheorie mit der Analyse unitärer Theorien
bei.
Wirkung
Größe der physikalischen
Dimension Energie \times Zeit oder Impuls \times Weg.
Kurvensegmente im Phasenraum
werden durch ein Wirkungsintegral bewertet. Der aktuell
realisierte Weg ergibt ein Extremum für diesen Wert. Von dieser
Metrisierung des Phasenraums sollte alle andere Metrisierung
ableitbar sein.
top
Zeit
Ordnungsrelation zwischen den
Konfigurationen im Raum, die sich auf die Erfahrung einer
manipulierbaren Zukunft und einer dokumentierbaren Vergangenheit
stützt (absolute
Zeit).
zeitartig
Zwei Ereignisse liegen
zeitartig zueinander, wenn die Verbindungsgerade innerhalb der von
den Ereignissen getragenen Lichtkegel verläuft. Ein Vektor
heißt zeitartig, wenn seine Richtung mit der einer solchen
Verbindung zusammenfällt. Zeitartige Vektoren haben positive
Betragsquadrate. Beispiele für einen zeitartigen Vektor sind
Geschwindigkeit und Impuls eines Teilchens mit Ruhmasse.
Zeitdilatation
in der Relativitätstheorie
Projektionseffekt zwischen zeitartigen Linien, die mit Uhren
vermessen werden.
Zeitschale
raumartige Hyperfläche
im vierdimensionalen pseudoeuklidischen Raum, Ort der Ereignisse, die
vom Ursprung nach fester Eigenzeit erreicht werden.
Zwillingsparadoxon
scheinbar paradoxer Schluß
aus der Symmetrie der Zeitdilatation.
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